Die Schreibenbremse ist auf dem Vormarsch. Ohne Frage setzen immer mehr Biker, vom ambitionierten Mountainbiker bis hin zum Freizeit Fahrrad Fahrer, die Scheibe mit der Bremskraft ein. Ein kompletter Satz Scheibenbremsen ist zwar einiges schwerer als V-Breaks, bietet dafür aber eine deutlich höhere Performance auch bei Nässe und hat den entscheidenden Vorteil nicht die Felge auszuzuschleifen. Ausgeschliffene Felgen erzeugen auch die über hervorragende Bremseigenschaften verfügenden Öldruckbremsen von Magura.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt Das drei verschiedene Durchmesser die nötige Bandbreite abdecken (160, 180, 200 mm). Je größer der Durchmesser, desto stabiler und leistungsfähiger ist die Bremse. Die 160er ist allerdings eher was für den Profi. Wenn es richtig zur Sache geht oder der Biker ein nicht so feinfühliges Händchen im Umgang mit seinen Bremsen hat, kann die 160er auch schonmal schnell den Geist aufgeben. Und einen Totalausfall möchte niemand mit seinen Bremsen wohl erleben.
Die 180er sieht da schon ganz anders aus. Gewichtsfetischisten werden zwar aufstöhnen aber die 100g Mehrgewicht sind gut investiert, da die Performance gleich eine ganz andere ist.
Wer volle Power braucht ist mit der 200er am besten bedient. Sie sie sorgt für größten Energieabbau verursacht durch Dauerbelastung beim Downhill oder schwere Fahrer mit viel Gepäck.
Um das beste aus seiner Bremse herauszuholen, ob es jetzt die kleine aber feine 160er oder der Lastesel mit 200 mm Durchmesser ist, ist Fahrtechnik ganz entscheidend. Zunächst sollte man seine neue Bremsanlage aber erstmal einbremsen dazu am besten das Fahrrad ordentlich beschleunigen und wieder möglichst zügig auf den Stillstand runter bremsen. Zwischen den einzelnen Gängen sollte die Bremse Zeit haben zum abkühlen. Nach circa 30 Durchgängen kann man die Bremse einmal richtig heiß fahren.
Prinzipiell sollte man eher mit der vordere Bremse bremsen, da die Wirkung auf dem Vorderrad höher ist, da bergab hier mehr Gewicht liegt. Um einen Salto allerdings zu vermeiden und die Belastung der Bremsanlage gleichmäßig auf Hinter- und Vorderrad zu verteilen ist es ratsam die Bremslast möglichst gleichmäßig auf die Vord- und Hinterbremse zu verteilen. Es ist besser wenn zwei Bremsen den Energieabbau leisten als nur eine. Schleifen der Bremse sollte auf jeden Fall vermieden werden. Manche Fahrradfahrer fühlen sich sicherer wenn sie bergab permanent eine leicht angezogener Bremse fahren. Es stimmt, dass der Weg an den Hebeln dann kürzer ist, aber das nützt gar nichts, wenn durch die permanent leicht schleifende Bremse die Anlage erhitzt und nicht mehr ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten kann wenn es darauf ankommt. Besser ist kurz und knackig auf die Bremse zu gehen und völlig auf das Schleifen zu verzichten.
Typisch für Scheibenbremsen, die zu heiß gefahren wurden, sind verglasten Beläge. Auch wenn sie wieder abgekühlt ist weigert sich die Bremse ihren Dienst optimal zu tun und erfreut das Ohr mit unangenehmen Quietschen. Dann hilft nur noch austauschen. Ist der Schaden nur oberflächlich kann eventuell ein Abschleifen des Bremsbelags helfen.
Der Druckpunkt ist der Moment, wo die Beläge an der Scheibe anliegen und eine starke Bremswirkung erzielt wird. Der Druck in der Hydraulik ist jetzt am höchsten. Es gibt weiche oder harte Druckpunkte. Wenn das Bremssystem sehr stark erhitzt ist, können Blasen in der Bremsflüssigkeit zu einem schwammigen Druckpunkt führen. Das ist ungefähr so wie eine nicht entlüftete Bremsanlage beim Auto.
Nach längerer Beanspruchung der Bremsanlage setzt das Fading ein, die Bremswirkung lässt langsam nach.
Eine wirklich gute Bremse ist die Magura Julie vorn und die Magura Julie hinten. Preiswert und einfach Klasse, was Fading, Druckpunkt und Dosierbarkeit angeht.
Eingetragen: 10.09.2006